Der LASK und seine Nazis
Beim Besuch eines Heimspiel des LASK fühlt man sich in alte Zeiten zurückversetzt. Das liegt freilich nicht nur am 50er-Jahre-Charme des Linzer Stadions. Auch in den Köpfen mancher Menschen hier scheint einiges beim Alten geblieben zu sein. Daß der LASK-Ehrenpräsident Georg Starhemberg vom Stadion-Sprecher 90 Jahre nach Abschaffung der Monarchie als „Fürst“ begrüsst wird gehört da zu jenen Dämlichkeiten, mit denen man zu leben gelernt hat.
Schlimmer sind die Ewiggestrigen unter den Fans. Ein gewissen Bodensatz an rechtsextremen AnhängerInnen ist beim LASK seit Jahrzehnten vorhanden – in den letzten Jahren scheint sich die Szene deutlich vergrößert zu haben, was einerseits natürlich am Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga liegt, andrerseits gab und gibt es auch eine gezielte Agitation rechtsextremer Gruppen unter den LASK-Anhängern. So tauchten neben den alten Skin- und Hoolvisagen von Fangruppen wie “Commando Urfahr” und „Legion Nord“ immer häufiger auch die blassen Mondgesichter des „Bund Freier Jugend“ auf – in natura und auf Pickerln. Insbesondere der Trauner Rechtsextremist Roman G. versuchte und versucht in Fankreisen zu agitieren. Roman G. gilt in der rechtsextremen Szene zwar nicht unbedingt als sonderlich intelligenter, aber dafür fleissiger und reisefreudiger Kader. So trat er auch im September 2007 als Redner bei einem Fest der neonazistischen NPD in Deutschland auf. Andere LASK-Anhänger befinden sich in einer Grauzone zwischen dem illegalen neonazistischen Spektrum und legalen rechtsextremen Gruppen wie dem „Ring Freiheitlicher Jugend“. Andreas R. etwa ist stellvertretender Obmann des RFJ Linz-Land, aktiv in der LASK-Fanszene und hat beste Kontakte zu Aktivisten aus dem BfJ-Umfeld.
Natürlich gibt es auch rechtsextreme Fangruppen bei anderen Vereinen. Das einmalige am LASK ist das kontinuierliche Ignorieren und Bagatellisieren dieser Gruppierungen seitens der Vereinsführung – und das obwohl die LASK-Fans seit Saisonbeginn Stammgäste in den Negativschlagzeilen sind. Für Präsident Reichel wäre es höchste Zeit umzudenken, den organisierten Neonazis Hausverbot zu erteilen und andrerseits demokratische und antifaschistische Faninitiativen zu unterstützen.
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