Kulturverein Infoladen Wels

4. 12. 08 im MKH/Wels: Zwischen allen Stühlen

Mit KARL PFEIFER

1938 flüchtet Karl Pfeifer als Zehnjähriger mit seiner Familie aus Österreich, zunächst nach Ungarn. Vier Jahre später erreicht er Palästina mit einem der letzten Kindertransporte des Hashomer Hatzair. Er lebt im Kibbuz, kämpft im Israelischen Unabhängigkeitskrieg und kehrt Anfang der 50er Jahre nach Österreich zurück.

„In Österreich angekommen musste ich bei der Staatspolizei vorsprechen… Heimkehrer seien in Österreich nur die, die in der Wehrmacht bzw. in der Waffen SS gedient haben.“

Der Film begleitet Karl Pfeifer an zentrale Orte seines Lebensweges. Orte, an denen er antisemitischen Angriffen ausgesetzt war. Orte, an denen er seine politischen Einstellungen schärfte. Seinen Lebenswegen zu folgen bedeutet jedoch auch den Bahnen und Verstrickungen des österreichischen Antisemitismus zu folgen.

Medienkulturhaus, Pollheimer Str. 17, 4600 Wels

Beginn: 19.30

November 27, 2008 Verfasst von infoladenwels | Diverses | , , , , , | Noch keine Kommentare

Ab jetzt buchbar: Vortrag „Brauntöne“

Bild-/Tonvortrag von

Markus Rachbauer und Thomas Rammerstorfer

 

„Primär ist es die Musik die den Weg in die rechtsextreme Szene ebnet“

(Verfassungsschutzbericht 2007, BMI)

 

11-jährige Kinder, die zu sanften Gitarrenklängen „aryan man awake“ trällern, der Lehrersohn aus dem Mühlviertel, der gegen Schwule rappt, langhaarige Nazi-Satanisten, die zu Black Metal ihren Hass auf das „Judäo-Christentum“ rausschreien, das angeblich ihr „germanisches Blut“ unterdrückt – rechtsextreme Musik beschränkt sich längst nicht mehr auf den Skinheadrock oder folkloristische Marschmusik. Neonazis versuchen an unterschiedlichste Musikstile „anzudocken“ um ihre Ideen in immer mehr Szenen der Jugendkultur zu verbreiten. Rassistische, nationalistische, antisemitische und gewaltverherrlichende Weltanschauungen haben in vielen Bereichen Fuß gefasst, in populären Stilen wie Metal oder Hiphop ebenso wie in den Nischen der Liedermacher-, Dark Wave-, Industrial- und Gothic-Szene.

Rachbauer und Rammerstorfer beleuchten in ihrem mit Bildern und Tonbeispielen unterlegten Vortrag sowohl die Geschichte des Rechtsrocks als auch die aktuellen Tendenzen in den Szenen. Nach Möglichkeit wird auf die regionale Szene des Veranstaltungsortes eingegangen.

 

„Ein spannender Abend – aber für schwache Nerven ungeeignet!“

(Dr. Robert Eiter, Sprecher des oberösterreichischen Netzwerkes gegen Rassismus und Rechtsextremismus)

 

Markus Rachbauer (Wels) studiert Politikwissenschaften und Geschichte und arbeitet als pädagogischer Mitarbeiter in einer Gedenkstätte für Opfer des Nationalsozialismus

 

Thomas Rammerstorfer (Linz) recherchiert seit 15 Jahren zu Rechtsextremismus und verwandten Themen, ist Mitglied der Redaktion von Context XXI und Mitarbeiter der „Liga für emanzipatorische Entwicklungszusammenarbeit“ (www.leeza.at)

Beide sind auch beim Welser Infoladen aktiv.

Anfragen bzgl. einer Veranstaltung an: info@infoladen-wels.at

 

Fixtures 08/09:

9. Oktober: Wels

13. Dezember: Steyr

17. Dezember: Salzburg

14. Jänner: Graz

15. Jänner: Klagenfurt

5. Februar: Linz

10. April: Braunau

20. Mai: Vöcklabruck

4. Juni: Krenglbach

9. Juni: Frankenburg

16. Juni: Salzburg

November 15, 2008 Verfasst von infoladenwels | Antifa, Diverses | , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Rechtsextreme bei „Reichspogromnacht“-Gedenken in Wels

Presseaussendung Kulturverein Infoladen Wels, 07. November 2008
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Rechtsextreme bei Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer der „Reichspogromnacht“.

Wie in jedem Jahr fand am gestrigen Donnerstag in Wels eine Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer der antisemitischen Pogromnacht der Nationalsozialisten am 09. November 1938 statt. Aber nicht nur rund 300 AntifaschistInnen trafen sich diesmal im Pollheimerpark. Auch ca. 15 Anhänger der rechten Szene, unter ihnen der Welser Rechtsextremist Ludwig Reinthaler, marschierten auf, offenbar um zu provozieren und Präsenz zu zeigen. Erst am Mittwoch wurden am Welser Landesgericht fünf Aktivisten des „Bundes freier Jugend“ bzw. der Mutterpartei „Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik“ (nicht rechtskräftig) vom Vorwurf der NS-Wiederbetätigung freigesprochen. Der Verfassungsrechtler DDr. Heinz Mayer kam hingegen bereits 2005 in einem Gutachten zum Schluss, dass „die von der AFP zu verantwortenden Publikationen seit Jahrzehnten massiv gegen die Bestimmungen des Verbotsgesetzes verstoßen. Offenkundige und verbrämte Verherrlichung nationalsozialistischer Ideen und Maßnahmen, zynische Leugnung von nationalsozialistischen Gewaltmaßnahmen, eine hetzerische Sprache mit deutlich aggressivem Ton gegen Ausländer, Juden und ‚Volksfremde’ sowie eine Darstellung ‚des Deutschen’ als Opfer sind typische und stets wiederkehrende Signale. Von besonderer Aggressivität sind die Beiträge im JUGEND ECHO“, somit einer Zeitung, die laut Mayer vom BFJ gestaltet wurde und die ebenfalls der AFP zuzurechnen ist.

„Bereits einen Tag nach diesem fatalen Fehlurteil zeigt sich, dass dieses Urteil für Rechtsextreme ein Wink war, dass sie nun offen und ungestraft ihre Ideologie ausleben können“, meint Martina Mayer, die Sprecherin des antifaschistischen Kulturvereins Infoladen Wels.

Erst kürzlich zeigte Reinthaler in Form einer über seinen E-Mail-Verteiler ausgesendeten Nachricht wieder einmal ganz eindeutig seine einschlägige Gesinnung: In Erweiterung eines „Gedichtes“ des „Kronen Zeitung“-Redakteurs „Wolf Martin“ zum Thema „Bankenkrise“ schrieb Reinthaler folgende Zeilen: „Wer sind’s die Herr Martin meint? Wird ihnen seit Jahren nachgeweint? Haben sie vor 80/90 Jahren, den Karren ebenso verfahren? Es könnte sein, wenn man sie beim Namen nennt, ein jeder von ihnen (wieder) um sein Leben rennt!“

Wer die Geschichte Österreichs kennt, weiß, wen Reinthaler meint. „Rechtsextremes Gedankengut wird mehr und mehr wieder salonfähig. Während in Linz ebenfalls am Mittwoch einige Neonazis u. a. aufgrund des Zeigens des ‚Hitlergrusses’ zu bedingten Haftstrafen verurteilt wurden, wurden in Wels Rechtsextremisten freigesprochen, denen die Staatsanwaltschaft den Aufbau einer Organisation nach nationalsozialistischem Vorbild vorwirft“, so Mayer. Seit dem Wahlerfolg der Rechtsaußen-Parteien, mit dem sogar das Ergebnis der FPÖ im Jahr 1999 übertroffen wurde, fühlen sich die Ewiggestrigen offenbar wieder im Aufwind: In den letzten Wochen gab es einerseits Überfälle von Neonazis auf politische Gegner, andererseits völlig ungenierte Zurschaustellungen von nationalsozialistischer Ideologie. Auch im Parlament ist mit Martin Graf als 3. Nationalratspräsidenten nun ein Mitglied einer – laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes – rechtsextremen Burschenschaft in einer der höchsten Positionen der Republik.

November 7, 2008 Verfasst von infoladenwels | Diverses | | Noch keine Kommentare