„Welser Rundschau“ lässt über „Bunten“-VfGh-Urteil abstimmen

Offenbar wenig Freude dürfte das VfGh-Urteil, die Welser Wahl wegen dem „braunen“ Ludwig Reinthaler nicht zu wiederholen, bei so manchem erzeugt haben. Auch für die „Welser Rundschau“ ist das Urteil des österreichischen Höchstgerichtes nicht so einfach zu akzeptieren – dies ist für ein Medium – noch dazu für ein lokales – doch recht ungewöhnlich . Aber es darf schliesslich nicht sein, was nicht sein darf. Jahrelang konnte Reinthaler – fast immer ungestört von Polizei und Justiz – seine menschenverachtende Hetze gegen Menschen mit Migrationshintergrund, Linke und andere, die nicht in sein rechtsextrem-konservatives Weltbild passen, betreiben. So mancher Vertreter (Männlichkeitsform zutreffend) Welser Medien sah augenblinzelnd zu – schließlich kennt mann sich in Wels und vertritt eh ähnliche Ansichten. Letzteres bewies die dunkelschwarze „Welser Rundschau“ vor wenigen Jahren mit einer Hetzkampagne gegen MigrantInnen, die maßgeblich auch von der ÖVP und ihrem damaligen Vertreter Holter getragen wurde. Selten oder gar nicht wurde von lokalen Medien kritisch über Reinthalers Aktivitäten berichtet, obwohl allgemein bekannt war, wie die politische Orientierung Reinthalers aussieht. In der Zeit vor der Entscheidung des VfGh wurde schließlich ausgiebigst über Reinthaler berichtet: Sogar in bundesweiten Medien flimmerte – nach den Skandalen um die „Bunten“ – seine Visage über den Bildschirm. Nur die „Welser Rundschau“ verlor – abgesehen von einem kleinen Online-Artikel – kein Wort über den Skandal. Der Welser Lokalfernsehsender WT1 berichtete mehrmals – teilweise süffisant kommentiert – über die Störaktionen des Neonazi-Sympathisanten, unhinterfragt und unkritisiert konnte er sich als politisches „Opfer“ gerieren und seine Hasspredigten über die „Verausländerung“ von Wels und dessen „linksextremen Ausländerbürgermeister“ schwingen. Niemand stellte jemals die Frage, was einen ewiggestrigen Hassprediger wie Reinthaler eigentlich so wichtig macht, ihm eine derartig breite Bühne zu bieten. Dies gipfelt nun in der Online-Umfrage der „Welser Rundschau“, die offenbar darauf abzielt, noch einmal das „gesunde Volksempfinden“ herauf zu beschwören und den „linkslinken Gutmenschen“ einen Denkzettel zu verpassen. In Schwaz in Tirol geht die „Rundschau“ sogar noch einen Schritt weiter. Hier stellt man allen Ernstes zur Umfrage: „Sind Sie ausländerfeindlich?“

Bitte stimmt bei der Umfrage bezüglich dem VfGh-Urteil mit „JA“ ab!

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