Ein paar Hintergrundinfos zum Witiko-Bund

Horst Rudolf Übelacker, Jurist und Volkswirt, geboren am 26. März 1936 in Karlsbad, war früher wohnhaft in Garching bei München, lebt seit seiner Pensionierung in Linz. Übelacker war zunächst Stellvertreter, von 1996 bis 2006 Bundesvorsitzender des Witikobundes, einer Organisation im Spektrum der sudetendeutschen Landsmannschaft, bei welcher der deutsche Verfassungsschutz „rechtsextreme Bestrebungen“ feststellte.

Übelacker war Bundesvorstandsmitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft und Präsident der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft, 1967/68 Bundesvorsitzender des Arbeitskreises Sudetendeutscher Studenten, ab 1973 Mitglied der Deutschen Akademie für Bildung und Kultur, ab 1977 Bundesbankdirektor bei der bayerischen Landeszentralbank. Er machte als CSU-Mitglied 1989 Werbung für eine Koalition mit den rechtsextremen Republikanern, war 1990/91 selbst Mitglied der Republikaner und stand unter Beobachtung des deutschen Verfassungsschutzes.

Trotz beruflich exponierter Position hatte Übelacker keine Scheu mit eindeutig rechtsextremen Organisationen zusammenzuarbeiten. Inhaltlicher Schwerpunkt seiner Referententätigkeit waren und sind Europapolitik und ihre Bedeutung für die Anliegen der Revanchismus. So war Übelacker in den 90er Jahren Referent bei ultrarechten und rechtsextremen Organisationen, 1992 bei der Burschenschaft Danubia und dem Gesamtdeutschen Studentenverband, 1994 beim Verein Kultur und Zeitgeschichte, 1995 bei den 4. Kulturtagen des Kulturwerks Österreich, welches alljährlich die Ulrichsberg-Treffen von ehemaligen SS-Angehörigen in Kärnten organisiert.

Weiters war bzw. ist Übelacker Referent des Arbeitskreises für deutsche Politik, Autor des Hohenrain-Verlages, der Zeitschriften Opposition, Eckartbote und Aula. 2001 wurde er von der Ukrainischen Freien Universität München zum Gastprofessor für Wirtschaftsfragen ernannt und hat Lehraufträge in München und Kiew. Übelacker kandidierte an dritter Stelle auf der Liste der FPÖ bei der Gemeinderatswahl 2009 in Linz und wurde auch in den Gemeinderat gewählt.

Was ist der Witikobund?

Der sich unabhängig gebende Witikobund mit seinem „Witikobrief“ als „Mitteilungsblatt der nationalen sudetendeutschen Gesinnungsgemeinschaft“ kann als ideologischer Impulsgeber für die Sudetendeutsche Landsmannschaft und auch als Scharnier zu offen rechtsextremen Gruppen eingeschätzt werden. Zentrales Ziel ist unter dem Stichwort der „Selbstbestimmung“ die Revision der Ergebnisse des 2. Weltkrieges, insbesondere der Benes-Dekrete zu erreichen.

Laut seinem Selbstverständnis steht der Witikobund unter anderem in den „Überlieferungen de sudetendeutschen Turnbewegung“. Nicht erwähnt wird dabei, dass diese maßgeblich von Konrad Henlein, dem späteren Gauleiter des Sudetenlandes geführt wurde, der sich rühmte das Sudentenland als den ersten Reichsgau „judenfrei“ gemacht zu haben. Überhaupt ist bezeichnend, dass beim umfassenden Wehklagen des WB über die Vertreibung der Sudetendeutschen nach 1945 in keiner Weise selbstkritisch auf die Nazi-Exzesse gegen die tschechische Bevölkerung im Sudetenland zwischen 1938 und 1945 eingegangen wird.

Einen Ableger des deutschen Witikobundes mit Sitz in München dem das „Sozialwerk Kameradenhilfe“ angeschlossen ist gibt es auch in Österreich mit Landesverbänden für Wien, NÖ und Burgenland sowie Oberösterreich und Salzburg, dem Arbeitskreis Witikobund Österreich (AWÖ) ist das „Sozialwerk Sudetia“ angeschlossen.

Funktionäre des AWÖ sind meist FPÖ-Funktionäre: So wurde 1994 der Rechtsanwalt Klaus Otto Burgholzer als Obmann des Witikobundes Österreich gewählt. Bis 2001 war GR Klaus Starzengruber, nachher GR Robert Hauer oö Landesobmann. Nach der Neugründung als AWÖ wurde als Bundesobmann 2002 der heutige 3. NR-Präsident Martin Graf, als Stellvertreter Robert Hauer gewählt. Graf wurde gleichzeitig in den Vorstand des deutschen Witikobundes kooptiert.

Demonstrativ wurden auch gemeinsame Veranstaltung von FPÖ und AWÖ wie am 31. Oktober 2002 in der FPÖ-Ortsgruppe Linz-Südwest durchgeführt. Gleichzeitig beschloss die FPÖ demonstrative Unterstützungserklärungen im revanchistischen Sinne, wie etwa beim Linzer Bezirksparteitag und beim oö Landesparteitag im April 2004.

Als während der rotgrünen Regierung in Deutschland das Außenministerium der Sudetendeutsche Landsmannschaft mit Subventionsentzug drohte, um ihre revanchistische Linie zu bremsen, wichen die extrem rechts stehenden Kräfte nach Österreich aus, so wurden etwa auch Spendensammlungen nach Linz verlagert. Für die enge grenzüberschreitende Kooperation spricht etwa auch, dass das Jahrestreffen 2005 des WB in Schärding stattfand.

Kein Problem hat der WB aber auch sich mit offen rechtsextremen Aktivitäten zu solidarisieren. So fand sich in der Nummer 4-6/2003 des „Witikobriefes“ ein empörter Bericht über die Aberkennung des Ehrengrabes für den Nazi-Flieger Walter Nowotny. Und in der Ausgabe 1/2006 wurde ein umfangreicher Bericht über Aktionen des offen neonazistischen Bundes Freier Jugend (BFJ) im Mühlviertel gebracht.

Quellen: Witikobrief, Informationsdienst gegen Rechtsextremismus, http://www.projektwerkstatt.de

der Artikel erschien unter den Namen „Wer ist Horst Rudolf Übelacker?“ auf http://ooe.kpoe.at/news/article.php/20110211140320422

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