CLUB 4: Sexarbeit – Diskussion mit Melanie Hamen

Di., 2. Oktober, 20 Uhr im Infoladen Wels, Altstadt 4, 4600 Wels

„Frauen, die in der Sexarbeit tätig sind, werden oftmals als Opfer wahrgenommen. Ob sie nun als Opfer von strukturellen Zwängen, individuellen (männlichen) Tätern, oder aber als Opfer von Gewalt gesehen werden, die Viktimisierung von Sexarbeiterinnen verkennt den Umstand, dass die Entscheidung, in der Sexarbeit tätig zu sein, sehr wohl eine bewusste sein kann. Zudem wird anhand dieser Perspektive ausgeblendet, dass es vor allem fehlende (Arbeits-)Rechte sind, die die
Bedingungen in der Sexarbeit erschweren. Die Viktimisierung von Sexarbeiterinnen ist somit auch Teil einer gesellschaftlichen Stigmatisierung, die die Anerkennung von Sexarbeit als Arbeit mit
dazugehörigen Rechten erschwert. Auch in „der Linken“ und in spezifischen feministischen Diskursen wird Sexarbeit äußerst moralistisch und häufig mit einem ganz besonderen Fokus betrachtet. Gemeinsamkeiten zu sehr ähnlichen Arbeitsverhältnissen und Tätigkeiten im informalisierten und prekarisierten Dienstleistungssektor, die vor allem von Frauen, und hier wiederum vorwiegend von Migrantinnen verrichtet werden, werden dadurch ebenfalls ausgeblendet. Trotz vieler Ambivalenzen, kann Sexarbeit ein Mehr an Unabhängigkeit und Selbstbestimmung bedeuten. Die Wahrnehmung von Sexarbeit als Ausbeutung von Frauen per se ist eine äußerst kurzsichtige und undifferenzierte, die die Lebensrealitäten vieler Sexarbeiter_innen und deren Recht auf Selbstbestimmung schlichtweg ignoriert.“

Melanie Hamen ist Mitarbeiterin bei maiz, einer MigrantInnen-Selbstorganisation und hat ihre Diplomarbeit zum Thema Sexarbeit in Oberösterreich geschrieben. Nach einem kurzen Impulsreferat freuen wir uns auf eine gemeinsame Diskussion.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Eine Antwort zu “CLUB 4: Sexarbeit – Diskussion mit Melanie Hamen

  1. Endlich mal ein inhaltlich gehaltvoller Beitrag zum Thema Sexarbeit. Vielen Dank dafür. Wäre gerne bei der Veranstaltung dabei, leider bin ich zu weit weg. mit besten Grüsse, Ariane
    Sexarbeiterin und politische Aktivistin

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