Jahrsrückblick 2012

Bild

2012 begann, wie es endet: Mit einem Laden-Festival! Am 5. Jänner gastierten das Pannonia Allstar Orchestra aus Ungarn mit Skaputnik und Lampe im Schlachthof… voller Erfolg usw…

Im Jänner folgten dann noch 2 Aufsehen erregende Recherchen: Zum einen zur Braunauer Neonazi-Szene, dazu gabs eine gemeinsame Presseaussendung mit der hiesigen KJÖ. Für einigen lokalpolitischen Rummel sorgte das Aufdecken der blau-schwarzen Pläne, einen „Oberösterreicher Germanen“ als Magistratsdirektor zu installieren. Als erster und einziger konnten wir die Zugehörigkeit des Kandidaten zu dieser rechtsextremistischen Burschenschaft belegen – mit einem happy end, also dem Ende dieser Pläne. 
Das Ende der Anzengruberstrassen-Jahre des Infoladens wurde mit Party und Bücherflohmarkt besiegelt.

Im Februar erfolgte Umzug und Neueröffnung in unser mittlerweile viertes Lokal in der Altstadt 4. Eine Entscheidung, mit der wir sehr glücklich sind. Weiters gabs noch eine Mobi-Veranstaltung zum Linzer „Burschenbundball“ und eine coop mit dem KV Waschaecht: die Buchpräsentation „Raven wegen Deutschland“. 
Dann gabs noch eine Recherche zu der facegebookten Hass-Gruppe „I mog Wels nimma!“, wo offene NS-Propaganda betrieben wurde, wir zitieren aus unserem Bericht: „und wie man weiß: Schlägst du mal auf den braunen Sumpf, springt dir immer auch eine blaue Kröte entgegen. Administrator von „I mog Wels nimma!“ ist ein gewisser ERWIN GUNACKER, Unternehmer und FPÖ-Fraktionsobmann sowie Gemeinderat in Krenglbach/Wels-Land“. Der Verfassungsschutz ermittelte in Folge zumindest gegen eine Kameradin, auf der Seite tut sich mittlerweile soviel wie in den Hirnen ihrer BetreiberInnen, also nix.
Eine Schmiererei auf dem Mahnmal für den 1997 von einem Neonazi ermordeten Shukri Arifi wurde von uns publik gemacht und vom Magistrat entfernt. 
Die OÖN brachten aufgrund der Presseaussendung zu Braunau eine Story.

Im März wurde ein geplantes öffentliches Treffen der neonazistischen „Heimatpartei Österreich“ in Wels aufgedeckt. Die braunen Brüder trafen sich zwar dann im geheimen, es war jedoch ihr letztes Lebenszeichen in Wels…
Erfreulicher war die Einführung von Volxküchen im Laden. Zumindest bis Sommer wurde mensch zweiwöchentlich bekocht.
Am 8. März beteiligten sich einige Laden-AktivistInnen an Aktionen mit anderen linken Gruppen.
Ein Bericht zum Treffen türkischer Faschisten in Innsbruck brachte uns viele nette Kommentare von türkischen Faschisten. 
Der zweite Band von „Nationalsozialismus in Wels“ wurde mit einem Büchertisch von uns präsentiert.

Im April war einer unserer Aktivisten in der Fernsehsendung „Live aus der Fabrik“ geladen. 

Den 1. Mai feierten wir wieder gemeinsam mit SJ, DIDF und Co. in der Noitzmühle. Das Infoladen-Logo mit der Mietze wurde vom Wiener Kunst-Arbeiter Tommi Fatzinek entworfen und auf Pickerln, Bechern und einem schönen Schild veröffentlicht.

Juni: Ein Vortrag zu einer Kurdistan-Reise im Schlachthof war mit 50 BesucherInnen ein sehr schöner Erfolg! 
Ein Artikel zu den laufenden Brandstiftungen im Welser Stadtteil Vogelweide fand unseres Erachtens dafür nicht die gewünschte Beachtung. 
Schließlich erschien das Buch „Grauer Wolf im Schafspelz“ zum Treiben türkischer Faschisten in Österreich, einer der vier Autoren ist Laden-Aktivist Thomas Rammerstorfer. Das Werk wurde breit rezipiert, u. a. als „Buch des Monats“ in der Wiener Zeitung und in gleich zwei Artikel im „profil“.

Auch im Sommer wurde nicht gefaulenzt. Zum ersten Jahrestag des rassistischen Amoklaufes in Traun mit-organisierten wir eine Kundgebung ebenda. Am 31. Juli premierte der CLUB 4, eine Diskussionsreihe, die die bisherigen „linken Sommergespräche“ ersetzt und jahreszeitlich unabhängig macht. Erster Gast war Robert Krotzer (mittlerweile KPÖ-Gemeinderat in Graz); der Laden mit 20 BesucherInnen bumsrammelvoll.

Im August ein CLUB 4 zum Nahostkonflikt.

Am 1. und 2. September waren wir wieder am Volksstimmefest in Wien vertreten, diesmal gemeinsam mit der oberösterreichischen KPÖ: Zwei Tage in herzlicher proletarischer Nähe.
In Wels gabs einen spannenden CLUB 4 zum Thema Sexarbeit.
Ende des Monats folgte noch eine Presseaussendung zur Verhaftung des Welser linken Aktivisten Ali Yesil und dessen geplanter Auslieferung an die Türkei. 

Der Oktober begann mit einem sehr erfolgreichen Büchertisch beim Antifa-Netzwerk-Treffen in Puchberg bei Wels und endete mit einem großartigem, 3-stündigen Vortrag von Heribert Schiedel zum Thema „Aktueller Antisemitismus“ im eben eröffneten Medienkulturhaus. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema schien uns dringend geboten, insbesondere auch auf die 9.-November-Kundgebung in Wels, die zwar zahlreiche BesucherInnen, aber nur wenig Inhalt zu bieten hat.
Neben dieser tat sich im November einiges: Zwei Büchertische unsererseits in Linz, eine Soli-Demo für Ali Yesil in Wels, die von der Jugend und diversen linken türkischen und kurdischen Gruppen organisiert wurde. Am 15. November eine weitere Laden-Premiere: die Buchpräsentation von Rober Foltins „…und sie bewegen sich noch. Soziale bewegungen in Österreich“ fand im Tageszentrum Soziales Wohnen statt. Inhaltlich spannend, besucherInnentechnisch leider ein Flop. Ein ähnliches Schicksal erlitt der CLUB 4 zu Albanien am Monatsende. 

Wie eingangs erwähnt, endete das Jahr wie es begann: Mit einem erfolgreichen Festival, diesmal traten Pink Solution, Souldja und S.A.R.S., einer der aktuellen Hauptvertreter aus der „Neuen Serbischen Welle“. Besonders gefreut haben wir uns heuer über die zahlreichen BesucherInnen aus den verschiedenen jugo-slawischen Communities und eine wie jedes Jahr stimmungsmässig sehr tolle Party: If i can’t dance to it!

Wir blicken also wieder auf ein umtriebiges Jahr zurück. Der übliche herbstliche Aderlass an AktivistInnen Richtung Wien usw. fiel allerdings diesmal besonders heftig aus: Gleich sieben liebe GenossInnen verließen uns, was natürlich nicht leicht zu verkraften war bzw. ist. Auch gelangen keine großen strategischen Würfe in Sachen Zusammenarbeit mit anderen Gruppen. Bemühungen um längerfristige Kooperationen blieben fruchtlos. Nichtsdestotrotz gehen wir auf stabiler finanzieller und menschlicher Basis ins neue Jahr, in dem wir auch unsren 15. Geburtstag feiern werden.

Und: Wir brauchen Leute! Ob als volle AktivistIn oder zum gelegentlichen Aufsperrdienst: Wer will, einfach melden, persönlich, via facebook, mail oder wie auch immer. 

Wer uns unterstützen will, weil sie oder er der Meinung ist, das Wels eine unabhängige, unsubventionierte, linke Stimme und Gruppe braucht: 
Infoladen Wels 
Bankverbindung: Sparda-Bank Linz (BLZ 49460) 
Kontonummer: 00-361.805

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s