Kulturverein Infoladen Wels

Schlepping durch die Alpen

Ein New Yorker Journalist arbeitet einen Sommer bei einem österreichischen Wanderschäfer. Was sich wie der plot für eine Reality-Show anhört ist ein großartiges Buch über den österreichischen Antisemitismus – und ein bißchen mehr.

 

Hans Breuer, Sohn einer kommunistischen Widerstandskämpferin und Aktivist der österreichischen linksradikalen Szene der Spät-60er und 70er ist jetzt der letzte österreichische Wanderschäfer. Nebenbei ist er Interpret und mittlerweile auch Komponist jiddisch-sprachiger Lieder, die er meist seinen 625 Schafen und zunehmend häufiger auch Menschen vorsingt. Sam Apple, junger jüdischer Journalist aus New York, lernt ihn eines Tages dort kennen und beschliesst mit ihm einen Sommer in Österreich, meist mit den Schafen in den Bergen und Hügeln Niederösterreichs und der Steiermark, zu verbringen. Daraus wurde ein ziemlich aussergewöhnliches Buch, in dem verschiedene, völlig unterschiedliche Themen wild durcheinander geworfen werden: Die Biographie Hans Breuers, das Liebesleben des jungen Sam Apple, Fakten zur österreichischen Geschichte und über die Kunst des Schafe-haltens, eine Spurensuche nach dem jüdischen Österreich inklusive Interviews mit Leon Zelman, Doron Rabinovici oder auch Peter Sichrovsky. Dazwischen gibts einen Besuch beim weltbesten Sensenmäher, einem nackten Museumsführer, einer philosemitischen Lehrerin und deren rabiat antisemitischen Lebensgefährten… doch trotz dieser wilden, wenn nicht irren Mischung an Themen und Eindrücken ist das Buch ausgesprochen flüssig geschrieben. Es sind schlicht Stücke einer sehr österreichischen Gegenwart mit allen ihren Widersprüchen, die Apple so unterhaltsam skizziert.

 

Schade ist die geringe Beachtung die „Schlepping durch die Alpen“ bis jetzt hierzulande erfahren hat. Es ist so schade wie bezeichnend das sich für dieses Werk anscheinend kein österreichischer Verleger interessiert hat und es schließlich im Schweizer Atrium-Verlag raus kam, der hierzulande weder über Auslieferung noch Vertreter verfügt - weswegen Buchhandel und Journaillie auch noch kaum Notiz von „Schlepping in den Alpen“ nahmen. Diesen Mißstand abzustellen haben wir hiermit hoffentlich ein kleines bißchen beigetragen.

 

Sam Apple, Schlepping durch die Alpen. Ein etwas anderes Reisebuch. (Original-Untertitel: „My Search for Austria’s Jewish Past with Its Last Wandering Shepherd”)

Atrium, Zürich 2007

 

Thomas Rammerstorfer

für Context XXI

 

Juli 25, 2008 Verfasst von infoladenwels | Texte | , , , , , | Keine Kommentare

Der LASK und seine Nazis

Beim Besuch eines Heimspiel des LASK fühlt man sich in alte Zeiten zurückversetzt. Das liegt freilich nicht nur am 50er-Jahre-Charme des Linzer Stadions. Auch in den Köpfen mancher Menschen hier scheint einiges beim Alten geblieben zu sein. Daß der LASK-Ehrenpräsident Georg Starhemberg vom Stadion-Sprecher 90 Jahre nach Abschaffung der Monarchie als „Fürst“ begrüsst wird gehört da zu jenen Dämlichkeiten, mit denen man zu leben gelernt hat.

Schlimmer sind die Ewiggestrigen unter den Fans. Ein gewissen Bodensatz an rechtsextremen AnhängerInnen ist beim LASK seit Jahrzehnten vorhanden – in den letzten Jahren scheint sich die Szene deutlich vergrößert zu haben, was einerseits natürlich am Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga liegt, andrerseits gab und gibt es auch eine gezielte Agitation rechtsextremer Gruppen unter den LASK-Anhängern. So tauchten neben den alten Skin- und Hoolvisagen von Fangruppen wie “Commando Urfahr” und „Legion Nord“ immer häufiger auch die blassen Mondgesichter des „Bund Freier Jugend“ auf – in natura und auf Pickerln. Insbesondere der Trauner Rechtsextremist Roman G. versuchte und versucht in Fankreisen zu agitieren. Roman G. gilt in der rechtsextremen Szene zwar nicht unbedingt als sonderlich intelligenter, aber dafür fleissiger und reisefreudiger Kader. So trat er auch im September 2007 als Redner bei einem Fest der neonazistischen NPD in Deutschland auf. Andere LASK-Anhänger befinden sich in einer Grauzone zwischen dem illegalen neonazistischen Spektrum und legalen rechtsextremen Gruppen wie dem „Ring Freiheitlicher Jugend“. Andreas R. etwa ist stellvertretender Obmann des RFJ Linz-Land, aktiv in der LASK-Fanszene und hat beste Kontakte zu Aktivisten aus dem BfJ-Umfeld.

Natürlich gibt es auch rechtsextreme Fangruppen bei anderen Vereinen. Das einmalige am LASK ist das kontinuierliche Ignorieren und Bagatellisieren dieser Gruppierungen seitens der Vereinsführung – und das obwohl die LASK-Fans seit Saisonbeginn Stammgäste in den Negativschlagzeilen sind. Für Präsident Reichel wäre es höchste Zeit umzudenken, den organisierten Neonazis Hausverbot zu erteilen und andrerseits demokratische und antifaschistische Faninitiativen zu unterstützen.

Juli 17, 2008 Verfasst von infoladenwels | 1 | , , , , | Keine Kommentare

Antifa-Kundgebung am 18. Juli in Wels

Antifaschistische Kundgebung am Freitag, 18. Juli 2008, 16 Uhr, Wels, Ecke
Bäckergasse/Ringstraße (vor BAWAG):

• Gemeinsam gegen Rechtsextremismus
• Für ein Verbot von BFJ und AfP und Einziehung des Vermögens
• Gegen die Abschaffung des NS-Verbotsgesetzes

Aufruf “Gemeinsam gegen Rechtsextremismus”

Am 17. und 18. Juli findet in Wels ein Prozess gegen fünf Aktivisten des BFJ
(Bund freier Jugend) und der AfP wegen nationalsozialistischer
Wiederbetätigung statt.

Die rechtsextreme Szene stellt den laufenden Prozess als “Patriotenprozess“
dar, im Zuge dessen harmlose, idealistische Menschen in Gesinnungshaft
gesperrt wurden. Mit dieser Darstellung einher geht die auch von der FPÖ
gestellte Forderung nach der Abschaffung des NS-Verbotsgesetzes. Die
Rechtsaußen berufen sich mit dieser Forderung auf „Meinungsfreiheit“.
Nationalsozialistische Wiederbetätigung ist jedoch keine Meinung, sondern
ein Verbrechen.

Der BFJ ist eine gefährliche rechtsextreme Organisation mit Verbindungen zu
militanten Nazi-Gruppen in Deutschland und in anderen Ländern. Zu seiner
Praxis gehört ein aggressives öffentliches Auftreten, rassistische Hetze
gegen Minderheiten und Drohungen gegen aktive AntifaschistInnen. Hinter dem
BFJ stehen finanzkräftige Geldgeber, was die in letzter Zeit zahlreich in
Wels, Linz, Traun und anderen Orten aufgetauchten Hochglanzaufkleber und
Postwurfsendungen beweisen.

Die rechte Szene wird alleine durch eine Verurteilung der Inhaftierten nicht
zerschlagen werden. Wir fordern daher das Verbot und die Auflösung von BFJ
und AfP und die Einziehung von deren Vermögen. Gleichzeitig treten wir für
die Beibehaltung des NS-Verbotsgesetztes ein, auch wenn die Behörden dieses
Gesetz oft nur sehr lax anwenden. So wurde zum Beispiel die NVP (Nationale
Volkspartei), bisher trotz ihrer offen nationalsozialistischen Ideologie
nicht verboten. Gerade deshalb ist es wichtig, gemeinsam gegen
Rechtsextremismus zu demonstrieren und den Rechten ein Gegengewicht
entgegenzuhalten.

Die Neonazis und Rechtsextremen fühlen sich durch den weit verbreiteten
Rassismus im Aufwind. Rassistische Parolen, Ausländerfeindlichkeit und
Fremdenangst sind längst eine Massenerscheinung geworden und werden vom
politischen Establishment bedient. Mit dem Schüren von Vorurteilen und der
Spaltung zwischen In- und AusländerInnen wird von den eigentlichen Problemen
wie steigende Preise, sinkende Reallöhne, Abbau von Sozialleistungen -
generell von der Verschlechterung der Lebensverhältnisse und dem Versagen
der Politik abgelenkt. Dieser herrschaftlichen Politik der
Entsolidarisierung und Verächtlichmachung der Schwächeren setzen wir unsere
Haltung und Praxis der Solidarität und des Widerstands entgegen.

Antifaschistisches Bündnis, unterstützt von Infoladen Wels, Initiative
Welser gegen Faschismus, GLB-Oberösterreich, KJÖ-Braunau, Konföderation für
demokratische Rechte in Österreich (ADHF), KPÖ-Oberösterreich, SJ-Wels, SLP,
Werkstatt Frieden & Solidarität, Tierrechtsgruppe, (vorläufiger Stand).

Juli 12, 2008 Verfasst von infoladenwels | 1 | , , | Keine Kommentare

Samstag, 05. Juli 08, Konzert mit Skaputnik (ska rock jazz, oö), Gleeman Members (ska reggae)

Nöfa (Alte Rahmenfabrik), Anzengruberstr. 6-10,
Wels
Konzert mit Skaputnik (ska rock jazz, oö), Gleeman Members (ska reggae
soul, südtirol)
Eintritt frei(willige Spende), Grillerei ab 18 Uhr
DJ Cosmonaut Petrov (ska-jazz gypsy punk balkan-beat) legt nach den
Konzerten im Hof im Cafe Nöfas auf! (Bei Schlechtwetter findet die
gesamte Veranstaltung im Cafe Nöfas (Schubertstraße 9) statt.

Juni 19, 2008 Verfasst von infoladenwels | 1 | | Keine Kommentare

Buchrezension “Gefesselt / Gefoltert / Enthauptet” von Walter Hilgarth

Gefesselt, gefoltert, enthauptet

  • h 10 11

In seinem Buch „Gefessel, gefoltert, enthauptet“ begibt sich Walter Hilgarth auf die Spuren seines Vater Leopold, der gegen Ende des 2. Weltkrieges Teil einer Widerstandsgruppe in OÖ war und nach deren Auffliegen von den Nazis ermordet wurde.

Das Buch Gefessel, gefoltert, enthauptet berichtet über das Leben von Leopold Hilgarth, der gegen Ende des 2. Weltkrieges einer kleinen, im Umfeld der Euthanasieanstalt Hartheim (Bezirk Eferding in OÖ) operierenden Widerstandsgruppe angehörte und nach deren Auffliegen zum Tode verurteilt wurde.

Walter Hilgarth, der erst rund fünf Jahre alt war, als sein Vater von den Nazis ermordet wurde, war in seinen Jugendjahren Opfer von Hänseleien von Mitschülern gewesen, die seinen Vater fälschlicherweise als Kriegsverbrecher verunglimpften. Auch seine Mutter, die gezwungen war, die Großfamilie fortan alleine zu ernähren, zog es zeitlebens, vor sich in Schweigen zu hüllen, wenn ihr Sohn Auskunft über das Ableben seines Vaters verlangte.

Auch noch viele Jahrzehnte später wuchs sein Verlangen, mehr über das Schicksal seines Vaters zu erfahren, stetig an: Im Ort wurden teils widersprüchliche, oft auch alles andere als erfreuliche Gerüchte über seinen Vater verbreitet, was Walter Hilgarth natürlich zusätzlich motivierte, auf eigene Faust Nachforschungen über das Schicksal seines Vaters anzustellen.

Der Autor machte sich also auf, lokale, aber auch ausländische Archive aufzusuchen, um sich anhand der dort aufliegenden Dokumenten selbst ein Bild vom Leben und Sterben seines Vaters zu machen. Und der betriebene Aufwand sollte sich lohnen: Durch die Beschaffung von zahlreichen Dokumenten (u.a. Prozessakten usw.) glückte es ihm, weitere Details über die Widerstandstätigkeit seines Vaters zu beschaffen und auch die letzten Monate vor seinem Dahinscheiden einigermaßen zu rekonstruieren.

Hilgarth schildert dabei eindrucksvoll das bittere Dasein in einer bettelarmen Großfamilie inmitten des verheerenden Krieges und den unbändigen Willen seines sozialdemokratisch geprägten Vaters, dem mörderischen Naziregime etwas entgegenzusetzen.

Nicht allzu weit vom Haus der Familie Hilgarth enfernt, im Schloss Hartheim, war die Euthanasieanstalt Hartheim angesiedelt, in der tausende von den Nazis als „Nutzlose Mitesser“ titulierte Behinderte auf grausame Art und Weise ihr Leben lassen mussten. Fassungslos über das kaltblütige Morden hinter den Schlossmauern schloss Leopold Hilgarth sich mit Ignaz Schuhmann und in weiterer Folgen mit zwei weiteren Mitstreitern zusammen. Gemeinsam entwarfen sie Schriftstücke, um die Bevölkerung zum Widerstand gegen die braune Schreckensherrschaft aufzrufen und für die Wiederherstellung eines demokratischen und souveränen Staates Österreich einzutreten. Aber leider funktionierte der Bespitzelungsapparat der Gestapo auch in diesem Fall ohne Einschränkungen, so dass die Widerstandsgruppe aufflog und vor Gericht gestellt wurde: Hilgarth und Schuhmann wurden zum Tode durch das Fallbeil verurteilt, während die weiteren Angeklagten, Schuhmanns jüngerer Bruder Karl und Johann Keppelmüller, mit Haftstrafen davonkamen.

Walter Hilgarth versucht mit seinem Werk nicht nur die eigene Familiengeschichte aufzuarbeiten und damit auch seinen Vater zu rehabilitieren, indem er eben Fakten publik macht, die eindeutig belegen, dass sein Vater keineswegs Kriegsverbrecher, sondern vielmehr ein Regimegegner war. Nein, dieses Buch ist auch als Mahnung an die heutige Jugend gedacht, um aufzuzeigen, wohin blinder Fanatismus und Rassismus führen können.

Gefesselt, gefoltert, enthauptet ist beleibe kein wissenschaftliches Buch, obwohl es die lokale Zeitgeschichte mit neuen Erkenntnissen bereichert, sondern eine mutige Niederschrift eines Nachkommen eines Antifaschisten, die nicht nur äußerst penibel die tragische Geschichte der Widerstandsgruppe in Hartheim erzählt, sondern diese auch noch mit privaten Erlebnissen und Erzählungen ausschmückt. Stellenweise versucht Hilgarth auch, sich in seinen Vater hineinzuversetzen und Erklärungen für dessen Handeln zu finden, was natürlich ein denkbar schwieriges Unterfangen darstellt und zur Folge hat, dass sich das Buch phasenweise beinahe wie ein innerer Monolog liest.

Das über 160 Seiten umfassende Werk ist außerdem noch mit Abbildungen der Prozessakten sowie der Schmähschriften und natürlich zahlreichen Fotos ergänzt worden und ist all jenen ans Herz zu liegen, die sich für das Wirken einer Widerstandsgruppe im 3. Reich interessieren. Noch heute erinnert ein Mahnmal beim Schoss Hartheim an die dortigen Widerstandskämpfer. Heute dient das Gebäude als bedeutender Lern- und Gedenkort, wo regelmäßig verschiedenste Veranstaltungen abgehalten werden und eine sehenswerte Dauerausstellung mit dem Titel Wert des Lebens untergebracht ist. Ein Besuch des Schlosses sowie der erwähnten Ausstellung lohnt sich allemal. Nur wenige hunderte Meter entfernt befindet sich das Institut Hartheim, in dem zahlreiche Menschen mit besonderen Bedürfnissen ihren Lebensmittelpunkt haben, das Mitte/Ende der 1960er Jahre quasi als Zeichen der Sühne bewusst an diesem Ort errichtet wurde und heute aus dieser Region nicht mehr wegzudenken ist.

Erhältlich ist das Buch zum Preis von 19 Euro im Infoladen Wels, Spitalhof 3, A-4600 Wels. (Bestellung via E-Mail sind bitte an die Adresse info@infoladen-wels.at zu richten. Der Versand des Buches erfolgt übrigens kostenfrei.)

Juni 13, 2008 Verfasst von infoladenwels | Texte | | Keine Kommentare

28. Juni: Buchpräsentation: “Die großen Streiks”

Buchpräsentation “Die großen Streiks - Episoden aus dem Klassenkampf” mit den Herausgebern Holger Marcks und Matthias Seiffert

am Samstag dem 28.6., 18 Uhr, im Infoladen Wels, Spitalhof 3

Hier nähere Infos zum Buch:

“Die großen Streiks” umfasst eine Reihe von bedeutenden und kämpferischen Streiks des 20. Jahrhunderts, die weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Vom einfachen Lohnkampf bis zum Generalstreik, vom Erfolg auf ganzer Linie bis zum totalen Fiasko. Erfasst werden dabei die verschiedenen Phasen und Formen des Arbeitskampfes. Es werden die Ereignisse und Entwicklungen dargestellt, die Hintergründe erläutert und durch Porträts der ProtagonistInnen vertieft. Die geschilderten Arbeitskämpfe stehen exemplarisch entweder für bestimmte Streikformen oder die ArbeiterInnenbewegung in einer bestimmten Phase oder Region. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt dabei auf den Spannungsfeldern von Basis und Gewerkschaftsführung und deren (widersprechenden) Strategien. Ein Glossar und kommentierte Literaturlisten vervollständigen das Lesebuch der internationalen HistorikerInnen aus den syndikalistischen Gewerkschaften wie FAU, IWW und CNT.

Das Buch ist zum Preis von ca. 15,10 Euro auch bei der linken Buchhandlung Infoladen Wels erhältlich (kostenlose Hauszustellung per Post): info@infoladen-wels.at

Holger Marcks und Matthias Seiffert (Hg.)
Die großen Streiks
Episoden aus dem Klassenkampf

ISBN-13: 978-3-89771-473-1
Ausstattung: br., 264 Seiten
Unrast Verlag, 1. Auflage, April 2008
siehe auch: http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,282,7.html

Juni 13, 2008 Verfasst von infoladenwels | Termine | | Keine Kommentare

Repressionen gegen TierrechtsaktivistInnen!

Am Morgen des 21.5.2008 kam es zu einer österreichweiten Repressionswelle gegen TierrechtlerInnen. Es gab 23 Hausdurchsuchungen und zahlreiche Verhaftungen nach §278a. Über 10 Personen wurde die Untersuchungshaft verhängt. Vorgeworfen wird den Betroffenen die Bildung einer “kriminellen Organisation”. Genauere Infos zur Repressionswelle und zu Solidaritätsaktionen findet ihr aktuell unter indy.at und indy.de

Die Verfahren kosten Geld, deshalb sind unter “Solidarität §278a” jede Menge Artikel eingestellt, für die die Kohle direkt an die Rechtshilfe geht. Dort gibt es auch die Möglichkeit, zusammen mit eurer Bestellung unkompliziert an die RH zu spenden.

Solikonto: GAJ Wien, Zweck: antirep 2008, KN 01920013682 / BLZ 14.000
(IBAN: AT551400001920013682, BIC: BAWAATWW)

Betroffen sind einzelne - gemeint sind wir alle!

Infoseite: http://antirep2008.lnxnt.org/

Juni 7, 2008 Verfasst von infoladenwels | Texte | | Keine Kommentare

27. Juni! Platz da! Im Burggarten Wels

Juni 6, 2008 Verfasst von infoladenwels | Termine | | Keine Kommentare

2. Juli 08: “Irak - ein politischer Reisebericht” in Linz

Irak – ein politischer Reisebericht

 

Bildvortrag am 2. Juli 2008, 19 Uhr

Melicharstr. 8 (KPÖ-Haus) – 4020 Linz

 

Thomas Rammerstorfer war im Mai gemeinsam mit 5 weiteren MitarbeiterInnen der „Liga für emanzipatorische Entwicklungszuammenarbeit“ (LEEZA) im Nordirak. Das dortige kurdische Autonomiegebiet ist weitestgehend vom Terror islamistischer und baathistischer Gruppen verschont, kämpft aber mit einer ganzen Reihe eigener Probleme, von Korruption, Wasser-und Strommangel bis hin zu den Angriffen türkischer, fallweise auch iranischer Truppen.

Ein großer Teil des Vortrages widmet sich auch der Situation der Frauen und ihrem Kampf um Gleichberechtigung. LEEZA unterstützt 3 Frauenzentren, eine Radiostation sowie 5 mobile Teams im Nordirak.

 

www.leeza.at

Juni 6, 2008 Verfasst von infoladenwels | Termine | , , , , , | Keine Kommentare

5. Juli 2008 – Globaler Aktionstag gegen Starbucks

Die Starbucks Workers Union aus Grand Rapids (USA) und die CNT Sevilla (Spanien) haben für den 5. Juli zu einem internationalen Aktionstag gegen die Kaffee-Kette Starbucks aufgerufen.

Ziel der Aktion ist es, über die Arbeitsbedingungen bei Starbucks zu informieren und gegen die anti-gewerkschaftlichen Praktiken des Konzerns zu protestieren.
Konkreter Anlass ist die wiederholte Entlassung von gewerkschaftlich
aktiven ArbeiterInnen, dieses Mal in Sevilla.
Beide Gewerkschaften rufen zu weltweiter Beteiligung an den Aktionen auf. Auch in der BRD sind Aktionen geplant. Wir informieren weiter.
[FAU-IAA]

Am 24. April wurde die Barista Monica in Sevilla gefeuert, die ein aktives Mitglied der kurz zuvor gegründeten Starbucks-Betriebsgruppe der CNT in Sevilla ist. Die CNT fordert ihre sofortige Wiedereinstellung und hat bereits erste Aktionen in Starbucks-Filialen der Stadt durchgeführt.
Das Vorgehen gegen Monica gleicht demjenigen gegen den Versuch von ArbeiterInnen sich in den USA bei Starbucks gewerkschaftlich zu organisieren. Dort werden immer wieder Leute gefeuert, die sich in der
Starbucks Workers Union der IWW organisieren.
Dagegen sind mehrere Prozesse wegen anti-gewerkschaftlicher Praktiken vor Arbeitsgerichten anhängig. Und das obwohl der Kaffee-Multi bereits vor einem Jahr in einem anderen Fall zugesichert hatte, Repressionen und Einschüchterungen gegen ArbeiterInnen einzustellen, die der Starbucks Union beitreten.

Angesichts der Tatsache, dass der Multi Starbucks in mehreren Ländern versucht, gegen gewerkschaftliche Organisierung vorzugehen, haben sich die CNT Sevilla und die SWU Grand Rapids entschlossen, einen globalen Aktionstag auszurufen, um koordiniert gegen diese Praktiken vorzugehen.

Auch in der BRD wird es Aktionen anlässlich des globalen Aktionstages geben. In den vergangenen Jahren hatte die FAU in mehreren Städten und zu wiederholten Anlässen Aktionen bei Starbucks durchgeführt, um gegen die Repression bei Starbucks in den USA zu protestieren und über die Arbeitsbedingungen aufzuklären.  Wir werden weiter über den Aktionstag informieren.

Hintergrundinfos auf Englisch und Spanisch findet sich unter:
http://www.starbucksunion.org/
http://seccionstarbuckscnt.wordpress. com

Am 27. Mai 2008 demonstrierten in Sevilla/Spanien ein Dutzend Mitglieder der anarchosyndikalistischen CNT-AIT gegen die Entlassung ihrer Kollegin Monica.
Aufgerufen hatte das “Syndikat Handel und Hotelgewerbe” der CNT, die vor den Türen von vier Niederlassungen des multinationalen Gaststätten-Konzerns Starbucks demonstrierten.
Sie fordern die Wiedereinstellung der Gewerkschaftsdelegierten Monica.
Mit diesen Aktionen starten sie eine internationale Kampagne gegen den amerikanischen Mulit für die Wiedereinstellung der Arbeiterin. Gleichzeitig werden weitere Aktionen vorbereitet, die auf den 5. Juli 2008
vorbereiten, den globalen Aktionstag gegen die gewerkschaftliche Unterdrückung bei Starbucks.

CNT-AIT Sevilla
http://cnt.es/sevilla

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Was ist los bei STARBUCKS?
Sevilla: Arbeiterin der Gewerkschaft CNT-IAA entlassen

Am 24. April 2008 wurde unsere Genossin Mónica, eine Barfrau bei dem multinationalen Kaffeehaus STARBUCKS, ohne Vorwarnung gekündigt. Der Bereichsleiter Tomás Pinto ist bekannt für unberechtigte Entlassungen. Er behauptet, dass ihr “Profil nicht den Anforde­rungen entspräche” und es zu “Reibereien mit den Kolleg/innen” gekommen sei. Überraschender­weise kam er zu dieser Beurteilung erst nach eineinhalb
Jahren Mitarbeit. Sicher ist nur, dass Mónica begonnen hatte eine Betriebsgruppe der Gewerkschaft CNT in der Firma zu gründen. Obwohl sie ihre Mitgliedschaft in der Gewerkschaft und ihre Rolle als Delegierte der Betriebsgruppe noch nicht offen mitgeteilt hatte, hatte sie während ihrer Zeit bei der Firma ihre Rechte und ihre Würde als Arbeiterin gefordert.
Zum Beispiel hatte sie sich an Ostern geweigert das doppelte ihrer üblichen Tagesschicht zu arbeiten, da es fraglich war, ob diese Arbeitszeit wie Überstunden bezahlt würde. Ausserdem hatte sie ihre Rechte verteidigt als sie sich weigerte an regelmäßigen Sitzungen teilzunehmen, die ausserhalb des Arbeitsplans stattfanden und weder mit Geld noch mit Freizeit ausgeglichen wurden.
Aber noch schlimmer kam es als die Manager herausfanden, dass sie Kontakt zu einem ent­lassenen Kollegen suchte. Die Geschäfts­leitung hatte sie mehrmals ermahnt, dass sie nichts bei den Gewerkschaften zu suchen hätte. Wenige Tage später wurde sie dann rausgeschmissen.

Vorgeschichte der Unterdrückung auch in den USA

Es ist nicht das erste mal, daß STARBUCKS diejenigen Arbeiter/innen bestraft, die sich gewerkschaftlich organisieren.  In den Vereinigten Staaten, dem Herkunftsland dieses multinationalen Konzerns, gibt es eine lange Geschichte von Entlassungen - auch gegen die Arbeiter/innen der revolutionären Gewerkschaft IWW (Industrial Workers of the World). Momentan kämpfen die Kolleg/innen der Gewerkschaft Starbucks-Union in Grand Rapids (Michigan / USA) gegen Diskriminierung wegen ihrer Gewerkschaftsmitgliedschaft.

Die CNT Sevilla kämpft für die Wiedereinstellung

Das Handels-Syndikat der Gewerkschaft CNT-IAA wird es nicht zulassen, dass unsere Genossin in ihrer Gewerkschaftsfreiheit unter­drückt wird. Wir werden für ihre Wieder­ein­stellung kämpfen.
Obwohl wir die Gesprächs­bereitschaft der Firma positiv bewerten, schließen wir nicht aus, dass wir in Kürze eine internationale Kampagne starten, die wir bereits vorbereiten.
Dabei zählen wir auf die Solidarität der Mitgliedsorganisationen der Internationalen Arbeiter/innen-Assoziation (IAA) in über zehn Ländern, sowie auf die Solidarität anderer Basisgewerkschaften, wie der IWW.

CNT-IAA Sevilla (Spanien), http://www.cnt.es/sevilla/

Internationale Arbeiter/innen-Assoziation (IAA), http://www.iwa-ait.org

Blog der CNT-AIT Starbucks
http://seccionstarbuckscnt.wordpress.com/

gemeinsamer Aufruf der CNT-AIT und der Starbucks Union zum Globalen Aktionstag 5.7.
http://seccionstarbuckscnt.wordpress.com/dia-de-accion-globalglobal-day-of-action/

Link zum original Artikel mit Fotos von der Aktion am 26.Mai
http://www.cnt.es/sevilla/cms/index. php?option=com_content&task=view&id=68&Itemid=1

Link zum Hintergrundartikel:
http://www.cnt.es/sevilla/cms/index. php?option=com_content&task=view&id=17&Itemid=31

In den vergangenen zwei Jahren hat die anarcho-syndikalistische Gewerkschaft FAU-IAA wiederholt Aktionen bei Starbuck-Filialen in mehreren Städten der BRD durchgeführt.
Neben der Unterstützung der GenossInnen, die in den USA durch Starbuck gefeuert wurden, ging es
dabei auch um die Arbeitsbedingungen bei Starbuck hierzulande.
Zu den Hintergründen der Repression gegen gewerkschaftliche Organisierungsversuche bei Starbuck finden sich auf http://www.fau.org etliche Beiträge.

Einige ausgewählte Beispiele:

http://www.fau.org/artikel/art_060801-104042
http://www.fau.org/artikel/art_070519-064536
http://www.fau.org/ortsgruppen/berlin/art_070330-040553

Mai 30, 2008 Verfasst von infoladenwels | Termine | | Keine Kommentare